Samstag, November 13, 2010

[Rezension] "Pastworld" von Ian Beck

Inhalt

Pastworld ist der größte Themenpark der Welt. Mitten im London des Jahres 2048 gibt es einen durch eine Glaskuppel abgetrennten Bereich, in dem das viktorianische Zeitalter herrscht. Das Leben des 19. Jahrhunderts wird dort so authentisch wie möglich nachgestellt, inklusive Bettlern, wandernden Zirkussen und der viktorianischen Gesetze inklusive Todesstrafe.
Die Stadt in der Stadt wird von Menschen besiedelt, die teilweise gar nicht wissen, dass sie nicht wirklich im 19. Jahrhundert leben. So wie Eve, die sich außerdem nicht an ihre Kindheit erinnern kann und die anscheinend von einem Unbekannten gesucht und verfolgt wird.
Für die Menschen des modernen Londons gibt es nichts aufregenderes als nach Pastworld zu reisen, um das viktorianische London kennen zu lernen.
Doch in Pastworld lauern einige gefahren, neben Bettlern und anderen Verbrechern gibt es das Phantom, das grausame Morde inszeniert. Bisher ist es den Behörden noch nicht gelungen ihn zu fassen und Angst breitet sich unter Einwohnern und Touristen aus.
Als Caleb mit seinem Vater, der einer der Erfinder von Pastworld ist, das erste mal in den Themenpark reist, ist er fasziniert, spürt aber gleichzeitig, dass sein Vater ein Geheimnis hat, das irgendwie mit der mysteriösen Eve und dem Phantom zusammenhängt...

Meinung

Ian Beck ist mit Pastworld eine sehr schöne Vereinigung von Zukunft und Vergangenheit gelungen. Gleich zu Beginn des Buches taucht man ins viktorianische London ein, wird mit seinen Sitten, Bräuchen und Gesetzen vertraut. Wie die Touristen, die Pastworld besuchen, durchläuft man sozusagen einen Schnellkurs.
Die parallelen Handlungsstränge tragen sehr zur Spannung bei. Am Anfang steht man als Leser zwar noch etwas im Dunkeln und erkennt die Zusammenhänge noch nicht richtig, doch spätestens beim großen Finale am Ende wird einem klar, wie die einzelnen Handlungen miteinander verbunden sind.

Eve steht im Mittelpunkt der Handlung, alles dreht sich um sie, viele verschiedene Menschen sind auf der Suche nach ihr, denn sie scheint sehr wichtig für die Zukunft von Pastworld zu sein. Sie selbst weiß nur, dass sie verfolgt wird und versteckt sich bei dem Gaukler Jago, wo sie das Seiltanzen lernt. Schnell wird klar, dass ihr nahezu übermenschliches Talent und ihre fehlende Erinnerung einen gemeinsamen Ursprung haben. Als sie Caleb kennen lernt, spürt sie eine seltsame Verbindung zu ihm, obwohl sie aus zwei verschiedenen Welten und Zeitaltern kommen. Caleb ist währenddessen auf der Flucht von der Polizei, die ihn für einen Mörder hält. Gleichzeitig sucht er seinen Vater, den er in Pastworld verloren hat. Je weiter die Handlung fortschreitet, desto mehr wird ihm klar, dass sein Vater ein dunkles Geheimnis hat. Er ist aber bis zum Ende genauso unwissend wie der Leser. Vor allem auf den letzten 50 bis 100 Seiten ist das Buch extrem spannend und mitreißend, sodass es einem wirklich schwer fällt das Buch bei Seite zu legen.

Etwas überrascht hat mich, dass Caleb und Eve erst so spät aufeinander treffen, der Klappentext deutet eher auf ein frühes Treffen hin. Der Klappentext erweckt außerdem den Anschein einer Liebesgeschichte zwischen den beiden.

Leider konnte ich zu den meisten Charakteren keine richtige Verbindung aufbauen, was meiner Meinung nach an den vielen Handlungssträngen liegt. Diese haben zwar zur Spannung beigetragen, oft wurde man aber etwas zu schnell von einer Handlung in die nächste gerissen.
Der einzige der mir ans Herz gewachsen ist, ist BibleMac, ein Ausreißer, der sich seit seiner Kindheit als Taschendieb in Pastworld durchschlägt. Neben seiner witzigen Art hat mich vor allem seine Loyalität sehr beeindruckt. Er ist wirklich ein Freund, auf den man sich verlassen kann.
Am interessantesten war allerdings das Phantom, dass immer wieder sein Unwesen treibt, aber nie gefasst wird. Auch hier ahnt der Leser bis zum Ende nicht, wer oder was sich hinter dem Phantom verbirgt.

Das viktorianische London wurde sehr überzeugend wiedergegeben, teilweise hatte ich selbst das Gefühl dort zu sein.
Die Buckland Corporation, die Erfinder von Pastworld, werden ziemlich skrupellos dargestellt, denn ihnen geht es vor allem darum möglichst viele Touristen in diesen Themenpark der Vergangenheit zu locken. Um Besucher anzulocken, schrecken sie auch nicht vor grausamen Inszenierungen zurück. Hier kann man also durchaus eine gewisse Gesellschaftskritik erkennen.

Fazit


Eine faszinierende Reise in die Vergangenheit, vor allem für Geschichtsinteressierte ein Muss!



Für dieses Rezensionsexemplar bedanke ich mich bei




Kommentare:

  1. Ich kann nur zustimmen.
    Tolles buch.

    AntwortenLöschen
  2. Geiles,spannende Buch 5Sterne+

    AntwortenLöschen
  3. Ich habe das Buch mitlerweile schon zweimal gelesen und kann es nur weiter empfehlen.

    AntwortenLöschen