Donnerstag, September 09, 2010

In my Mailbox # 6

Letztes Wochenende habe ich einen Kurzausflug nach Wien gemacht, um mir die Frida Kahlo Retrospektive anzusehen.
Natürlich habe ich mir dann gleich ein Buch über Frida Kahlo gekauft und zwar dieses:


Außerdem habe ich noch die folgenden 3 Bücher in Wien gekauft:

"Asche" von Lori Handeland

Klappentext:

Einst nutzte Elizabeth Phoenix ihre übersinnlichen Kräfte, um der Polizei von Milwaukee im Kampf gegen die Ungerechtigkeit zur Seite zu stehen. Doch eines Tages wird Liz' Pflegemutter auf grausame Weise ermordet und Liz selbst bewusstlos am Tatort gefunden. Ihre einzigen Erinnerungen sind Träume von entsetzlichen Dämonen, die direkt der Hölle entsprungen zu sein scheinen. Was haben diese Träume zu bedeuten? Und was hat Liz' Exfreund Jimmy Sanducci mit alldem zu tun? Während die Polizei Jimmy für den Täter hält und Jagd auf ihn macht, zeigt dieser der ahnungslosen Liz die Welt des Übernatürlichen, in der schon seit Anbeginn der Zeiten Krieg herrscht. Nur ein kleiner Kreis von Auserwählten hat die Fähigkeit, das Böse zu bekämpfen, und Jimmy glaubt , dass auch Liz dazugehört. Die längst verloren geglaubten Gefühle zwischen den beiden entflammen erneut, und die gefährliche Leidenschaft für Jimmy bringt Liz an den Rand des Abgrunds. Denn Jimmy hütet ein Geheimnis, das Liz bis ins Innerste treffen und den Fortbestand der gesamten Menschheit gefährden kann...

"Marked" von P.C. and Kristin Cast

Rückentext:


"So the bad news was that I'd have to move into the House of Night, a private boarding school, known by all my friends as the vampyre finishing school, where I would spend the next four years going through bizarre and unnameable physical changes, as well as a total and permanent life shake-up. And that's only if the whole process didn't kill me.
But the good news was that I wouldn't have to take the geometry test tomorrow."

When sixteen-year-old Zoey is marked by the Tracker, she knows her old life is over. Now she has to leave her friends and family to join the House of Night school, where there's only one subject Zoey needs to study: Vampyre 101.
Of course, there's always a catch, and this one's nice and simple: if you fail, you die...

"What Alice forgot" von Liane Moriarty

Rückentext:

"Imagine forgetting the most important ten years of your life.

Alice wakes up on the floor of the gym with a nasty bump to her head, thinking she's still a fun-loving twenty-nine-year-old starting life with her gorgeous husband and pregnant with their first baby.
To her disbelief, it soon transpires the fall has knocked ten years from her memory and she is actually an uptight thirty-nine-year-old whose idea of a good time is a three-hour workout followed by committee meetings with the kind of women she used to despise. How on earth did her life come to this? And more disturbingly, how can she not remember giving birth to three children? Why does her husband suddenly hate her? And what can Alice possibly have done that means her beloved sister will barely speak to her?
Seeing herself through fresh eyes, Alice barely recognizes or even likes the person she has become. Can she ever find her way back to the woman she used to be?

"Sixteen Moons" von Kami Garcia und Margaret Stohl

Klappentext:


Schon bevor Ethan sie zum ersten Mal gesehen hat, hat sie ihn in seinen Träumen verfolgt: Lena, die Neue an Ethans Schule. Lena, das Mädchen mit dem schwarzen Haar und den grünen Augen, die in Ravenwood wohnt, der verrufenen alten Plantage. Lena, in die Ethan sich unsterblich verliebt.
Doch Lena und ihre Familie umgibt ein Fluch, den sie mit aller Kraft geheim zu halten versucht: Sie entstammt einer Familie von Hexen, und an ihrem sechzehnten Geburtstag wird sie berufen werden. Dann entscheidet sich, ob sie eine helle oder eine dunkle Hexe wird.
Ethan jedoch weiß: Auch er hat keine Wahl - ihm ist vorherbestimmt, Lena für immer zu lieben. Aber wird er an ihrer Seite bleiben können, gleich, welcher Seite sie künftig angehört?

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an:



Die tollste Lieferung von Amazon seit langem erreichte mich heute bzw, gestern: (Ich lasse meine Bücher nämlich teilweise zu meinem Freund liefern, quasi um meinen Postboten etwas zu entlasten, nicht dass der noch Burn-Out bekommt)

Clockwork Angel von Cassandra Clare

Weil ich es noch vor meinem Urlaub nächste Woche haben wollte und da sich die Lieferung des Hardcover etwas in die Länge zu ziehen scheint und auch weil es einfach billiger ist, habe ich mich für das Taschenbuch entschieden. Obwohl ich mir nicht ganz sicher bin, ob es nicht doch die broschierte Version ist, schaut jedenfalls sehr sehr toll aus, das schönste Cover des Jahres (bisher).

Rückentext

Magic is dangerous - but love is more dangerous

When sixteen-year-old Tessa Gray arrives in England during the reign of Queen Victoria, something terrifying is waiting for her in London's Downworld, where vampires, warlocks and other supernatural folk stalk the gaslit streets. Friendless and hunted, Tessa seeks refuge with the Shadowhunters, a band of warriors dedicated to ridding the world of demons. Drawn ever deeper into their world, she finds herself fascinated by - and torn between - two best friends and quickly realizes that love may be the most dangerous magic of all.

Paranormalcy von Kiersten White

Auf den englischsprachigen Blogs wird schon ziemlich über dieses Buch geschwärmt, auf amazon.com hat es eine unglaubliche Bewertung, 30 von 37 Leuten haben 5 Sterne vergeben, also ich bin schon wahnsinnig gespannt und habe mir vorgenommen es noch im September zu lesen.


Klappentext:

Weird as it is working for the International Paranormal Containment Agency. Evie's always thought of herself as normal. Sure, her best friend is a mermaid, her ex-boyfriend is a faerie, she's falling for a shape-shifter, and she's the only person who can see through paranormals' glamours, but still. Normal.
Only now paranormals are dying, and Evie's dreams are filled with haunting voices and mysterious prophecies. She soon realizes that there may be a link between her abilities and the sudden rash of deaths. Not only that, but she may very well be at the centre of a dark faerie prophecy promising destruction to all paranormal creatures.

So much for normal.

[Rezension] "Alterra - Im Reich der Königin" von Maxime Chattam

Meine Rezension von "Alterra - Die Gemeinschaft der Drei

Inhalt


Nachdem Matt und seine Freunde, Ambre und Tobias, im ersten Teil von der Carmichael-Insel Richtung Süden losgezogen sind, macht sich langsam aber sicher die Erschöpfung bemerkbar. Doch das Schlimmste steht ihnen noch bevor: Der blinde Wald, indem unzählige Monster und Gefahren lauern. Abgesehen davon spürt Matt, dass ihm der Torvaderon immer näher kommt. Seine Armee aus Stelzenläufern überfällt die drei Freunde eines Nachts und sie können sich nur dank der Hilfe von Pans, die im blinden Wald hausen, retten. Diese Pans, deren Haut und Haar ungewöhnlich grün gefärbt sind, haben allerdings auch ein Geheimnis und Matt und seine Freunde flüchten schon bald, um allein einen Weg zur Siedlung der Zyniks zu finden. Dort erhoffen sie sich Antworten auf ihre Fragen. Doch das Eindringen in die Siedlung der ehemaligen Erwachsenen, die Kinder als ihren schlimmsten Feind betrachten und diese daher als Sklaven halten, ist mehr als gefährlich. Besonders da auf Matt ein Kopfgeld ausgesetzt wurde. Dieser wird auch bald gefangen genommen und Ambre und Tobias riskieren alles um ihn zu retten...

Meinung

"Im Reich der Königin" setzt genau da an, wo der erste Teil aufgehört hat und ist auch genauso faszinierend und mitreißend wie "Die Gemeinschaft der Drei". Hier lernt der Leser neben bereits aus dem ersten Teil bekannten Wesen, neue noch grausamere Tiere und Monster kennen. Vor allem der blinde Wald ist für die ein oder andere Überraschung gut. Jene Pans, die die drei Freunde zwar retten, sie dann allerdings wie Gefangene behandeln, waren sehr mysteriös und man hat sofort gemerkt, dass sie ein Geheimnis verbergen. Hier beginnt eigentlich der richtig spannende Teil der Handlung. Diese Spannung wird dann bis zum Ende des Buches aufrecht erhalten, da sich die Ereignisse plötzlich überschlagen.

Besonders toll finde ich, dass man als Leser mit Charakteren konfrontiert wird, die in "Die Gemeinschaft der Drei" zwar schon vorgekommen sind, aber dort noch keine wichtige Rolle spielten. In "Im Reich der Königin" sind diese dann aber umso wichtiger und man beginnt gewisse Zusammenhänge zu verstehen. Dennoch bleiben noch einige Geheimnisse offen, z.B. weiß man immer noch nicht, was es mit dem Torvaderon auf sich hat.
Am meisten beschäftigt mich aber die Frage, ob Ambre im dritten Teil der Reihe wirklich als Weltenwandlerin durch das Land reisen wird, und ihre Freunde zurück lässt. Ich hoffe ja, dass die "Gemeinschaft der Drei" erhalten bleibt und glaube immer noch an eine Liebesgeschichte zwischen Ambre und Matt.
Ich möchte schon allein deswegen nicht, dass sich Ambre, Matt und Tobias trennen, weil sie in diesem zweiten Teil noch mehr miteinander harmoniert haben als in "Die Gemeinschaft der Drei". Besonders, dass auch Tobias und seine Alteration mehr im Vordergrund standen, hat mir sehr gut gefallen.
Mein Lieblingscharakter ist aber wie schon im ersten Teil die Hündin Punsch, die den drei Freunden und vor allem Matt wieder tapfer zur Seite gestanden ist.

Auch die Gesellschaftskritik kommt in "Im Reich der Königin" nicht zu kurz, denn die ehemaligen Erwachsenen, die Zyniks, machen genau die gleichen Fehler, wie vor dem Sturm: Sie unterdrücken die Schwächeren, in diesem Fall die Pans, und handeln mehr als nur unmenschlich. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass die Menschen einfach nicht aus ihren Fehlern lernen und dass die Welt nur dank der Gutmütigkeit und der Liebe der Kinder eine Chance hat. Die Pans haben daher große Angst erwachsen und so gemein wie die Zyniks zu werden, vor allem Ambre möchte für immer ein unschuldiges Kind bleiben. Ich bin schon sehr gespannt, wie das im 3. Teil gelöst wird. Werden die Pans wirklich zu Zyniks? Oder werden sie zu vernünftigen erwachsenen Menschen, die ihre Unbeschwertheit und Unschuld nicht verlieren?
Das bleibt abzuwarten, aber ich gehe sehr von einem positiven Ausgang aus.

Fazit

Ein Fantasybuch für Jugendliche aber auch Erwachsene mit tiefgründigen und gesellschaftskritischen Hintergrund. Sehr lesenswert!



Für die Bereitstellung von diesem Rezensionsexemplar bedanke ich mich herzlich bei:


Auf Youtube habe ich gerade diesen meiner Meinung nach sehr gut gelungenen Buchtrailer gefunden:






Dienstag, September 07, 2010

[Rezension] "Splitter" von Sebastian Fitzek

Inhalt

Marc Lucas hat alles verloren, was ihm in seinem Leben etwas bedeutet hat: seine Frau Sandra und sein ungeborenes Kind kamen bei einem Autounfall ums Leben, den er selbst verschuldet hat. Und ein Splitter im Nacken erinnert ihn ständig an dieses Unglück. Da er sich nicht mehr anders zu helfen weiß, nimmt er Kontakt mit einer Klinik auf, die verspricht seine schlimmen Erinnerungen löschen zu können. Durch eine partielle Amnesie würden ihm nur die schönen Momente seines Lebens bleiben. Doch Marc lässt sich nicht so leicht überzeugen, bittet um Bedenkzeit und begibt sich auf den Weg nach Hause um noch eine Nacht darüber zu schlafen. Doch als er vor seiner Wohnungstür steht passt plötzlich sein Schlüssel nicht mehr, verwirrt klingelt er und ist zutiefst schockiert, als er sieht wer ihm die Tür öffnet: Seine verstorbene Frau. Doch damit nicht genug, denn Sandra scheint ihn nicht zu erkennen und jagt ihn fort. Verzweifelt macht sich Marc auf den Weg zu seinem Arbeitsplatz, doch auch dort ist er niemanden bekannt. Als er sich wieder auf den Weg zur Klinik macht, findet er dort nur noch ein Loch in der Erde vor - und eine Frau, die ihm erklärt, dass er, genauso wie sie, Teil eines Psychoexperimentes geworden ist und in großer Gefahr schwebt...

Meinung

Als bekennender Fitzek-Fan war "Splitter" das einzige Buch von ihm, das ich bisher noch nicht gelesen hatte. Meine Erwartungshaltung war also entsprechend hoch, wurde dann aber sogar noch übertroffen! Nach "Der Seelenbrecher" zählt es mittlerweile zu meinem absoluten Lieblingsbuch von ihm.

Das liegt einerseits natürlich an dem tollen Erzählstil von Sebastian Fitzek, dem man sich wie immer nicht entziehen kann. Mit unglaublicher Finesse wird man in das Leben von Marc Lucas hineingezogen, verliert sich genauso wie er, weiß nicht mehr was Realität ist und fiebert dem Ende und der Auflösung des Rätsels entgegen, obwohl man eigentlich gar nicht will dass es zu Ende geht. Genau das ist das, was mich an Sebastian Fitzeks Büchern so fasziniert: Einerseits haltet man beim Lesen die Spannung kaum aus, will dass sich alles klärt, andererseits hätte ich aber ruhig noch 400 weitere Seiten mit Marc Lucas durch sein Leben irren können.
Dass Fitzek in seinen Büchern auf seine vorangegangenen Werke anspielt ist ja nichts neues, aber was er in "Splitter" vollbracht hat, war selbst mir neu, denn "Splitter" enthält eine Anspielung auf den "Augensammler". Das Buch das ziemlich genau ein Jahr NACH "Splitter" veröffentlicht wurde! Das hat mich so unglaublich fasziniert und mitgerissen, dass ich diese Textpassage noch drei weitere Male gelesen habe, denn das bedeutet, dass er beim Schreiben von "Splitter" schon ein genaues Konzept vom Augensammler im Kopf hatte. Das beweist erneut die Genialität dieses Autors und ich habe mir vorgenommen alel seine Bücher nochmal zu lesen und noch genauer auf Anspielungen zu durchforsten.
Ein weiters beliebtes Mittel, um seine Leser noch mehr in die Handlung zu ziehen, sind E-Mail -und Internetadressen oder wie in diesem Fall eine Telefonnummer, die gezielt im Buch platziert werden. Da mir schon bekannt war, dass die erwähnten Internetseiten wirklich funktionieren, habe ich die Telefonnummer angerufen und war erstaunt, dass ich die gleiche Tonbandaufnahme zu hören bekam, wie Marc Lucas. Ich möchte an dieser Stelle mein großes Lob an Herrn Fitzek und auch an den Verlag Droemer Knaur aussprechen, denn solch geniale "Easter Eggs" habe ich bei Büchern - vor allem im deutschsprachigen Raum - noch nie erlebt. Hut ab!

Der Charakter Marc Lucas war sehr sympathisch und ich hatte Mitleid mit ihm, als ihm plötzlich quasi sein ganzen Leben geraubt wurde. Seine Verzweiflung und Hilflosigkeit wurden sehr überzeugend dargestellt und diese Gefühle haben sich beim Lesen sogar auf mich übertragen.

Zur Handlung möchte ich eigentlich nicht viel mehr verraten. "Splitter" ist jedenfalls ein genialer Psychothriller, der durchdacht und fesselnd bis zum Schluss ist. Wie bei allen Büchern von Sebastian Fitzek hatte ich bis zur Auflösung nicht die geringste Ahnung, wie es ausgehen könnte. Und das ist auch gut so, denn Krimis, bei denen man bereits nach der Hälfte des Buches weiß, wie es endet, gibt es ohnehin schon genug!

Fazit

Ein absolutes Muss für Thrillerfans, und die, die es noch werden wollen!



Für die Bereitstellung von diesem Rezensionsexemplar bedanke ich mich herzlich bei:



An dieser Stelle möchte ich drauf hinweisen, dass sich Sebastian Fitzek momentan wieder auf Lesereise befindet, weitere Informationen gibt es auf seiner Homepage.

Solltet ihr genauso wie ich nicht die Gelegenheit haben Sebastian Fitzek live zu erleben, könnt ihr ihm immerhin auf Twitter und Facebook ganz nahe sein.




Donnerstag, September 02, 2010

[Rezension] " So lange bin ich vogelfrei" von Sabrina Tophofen

Inhalt

Sabrina wächst in einem furchtbaren Elternhaus auf: Ihr Vater missbraucht sie und ihre Mutter gibt ihr die Schuld dafür. Als sie es im Alter von 10 Jahren zu Hause nicht mehr aushält, zeigt sie ihren Vater an und kommt ins Heim. Im Heim wird sie von den älteren Kindern und Jugendlichen aber so sehr gehänselt, dass sie die Flucht ergreift. In der Nacht bricht sie aus und fahrt mit dem Zug von Duisburg nach Köln, wo sie nach Iris Lerke sucht, die ihr angeblich helfen wird. Iris findet sie zwar nicht, aber dafür wird sie schnell in einer Gruppe von Straßenkindern aufgenommen. Diese beschützen sie zwar und helfen ihr zu überleben, aber sie bringen sie auch mit Drogen in Kontakt. Auch Diebstahl, Schlägereien und andere Verbrechen stehen schon bald auf Topis, so ihr neuer Name, Tagesordnung. Denn bis sie 14 ist, kann ihr die Polizei nichts anhaben. So lange ist sie vogelfrei...

Meinung

Dieses Buch beschreibt ein Schicksal, wie es schlimmer kaum sein kann. Sabrina Tophofen, die seit sie 11 Jahre alt war auf der Straße lebte, arbeitet in "So lange bin ich vogelfrei" ihre schreckliche Kindheit auf. Mit nahezu unerträglicher Nüchternheit schildert sie ihr Leben auf der Domplatte in Köln. Diese Nüchternheit macht einem schnell klar wie stark diese Frau ist bzw. wie stark sie als Kind hat sein müssen. Man hat dass Gefühl, dass Mitleid das Letzte ist, was sie will, dennoch kommt man als Leser nicht drumherum selbiges für sie zu empfinden.

Durch die Ich-Perspektive im Präsens hat man ständig das Gefühl mit dabei zu sein. Man sieht dieses kleine Mädchen, das auf der Straße um ihr Überleben kämpft, förmlich vor Augen, kann ihr aber nicht helfen. Dies führt den Leser mitunter emotional an seine Grenzen!

Über Sabrinas Vergangenheit und was mit ihren Eltern wirklich passiert ist, erfährt man zwar nur nach und nach durch Rückblenden, man ahnt es allerdings von Anfang an. Das solche Grausamkeiten auch heute immer wieder passieren, ist einfach schrecklich, besonders da man als Außenstehender kaum eine Chance hat es zu verhindern.

Außerdem wird einem durch dieses Buch klar, dass Straßenkinder viel zu wenig beachtet werden und wenn sie wahrgenommen werden, dann nur in Form eines abschätzenden, angeekelten Blickes. Meinen großen Respekt haben daher die Leute die sich wirklich um Jugendliche, die auf der Straße leben kümmern, denn ohne die Hilfe ihrer Betreuer hätte Topi kaum überlebt.

Besonders nahe gegangen ist mir auch der Epilog, der einerseits jene Menschen aufzeigt, die die Flucht von der Straße genauso wie Sabrina geschafft haben, aber eben auch jene die gestorben, immer noch Drogenabhängig oder HIV-positiv sind. Das macht ansatzweise deutlich wie viele Menschen jeden Tag auf der Straße ums Leben kommen, weil sich unsere Gesellschaft nicht verantwortlich für sie fühlt.

Ich habe dieses Buch innerhalb von 3 Stunden gelesen, "So lange bin ich vogelfrei" ist damit zwar ein kurzes aber dafür sehr intensives Leseerlebnis, das mich nicht so schnell los lies.

Fazit

Ein Buch das zum Nachdenken anregt und durch das man erkennt, wie glücklich man mit seinem Leben sein kann.



Vielen Dank an den Arena-Verlag für die Bereitstellung von diesem Rezensionsexemplar.


In der Reihe "Mein Leben" vom Arena-Verlag sind noch drei weitere Bücher erschienen, die von wahren Schicksalen berichten:

Mit 18 mein Sturz: Mein Leben im Gefängnis. Memories 01

Mein Lollimädchen-Ich: Mein Leben mit der Magersucht. Memories 02

Mein Leben 03. Auf dem Laufsteg bin ich schwerelos: Mein Leben als Model im Rollstuhl / In Zusammenarbeit mit Claudia Thesenfitz

Mein Leben 04. So lange bin ich vogelfrei: Mein Leben als Straßenkind

[Rezension] "Cleo - Wie ich das Lachen wieder lernte" von Helen Brown

Inhalt

Helen Brown lebt zwar kein perfektes, aber doch glückliches Leben mit ihren zwei Söhnen und ihrem Mann in Neuseeland. Doch das ändert sich schlagartig, als ihr ältester Sohn Sam bei einem tragischen Autounfall ums Leben kommt. Helen versinkt in tiefer Trauer, aus der es kein Entkommen zu geben scheint. Doch eines Tages bekommen sie von einer Nachbarin ein Katzenjunges überreicht - jene Katze die Sam noch vor seinem Tod ausgesucht hat. Zunächst ratlos und verzweifelt versuchen Helen und ihr Sohn Rob mit dem neuen Familienmitglied zurecht zu kommen. Schon bald bemerken sie, dass Cleo, so der Name der Katze, das unmögliche geschafft hat: Die beiden können wieder lachen.


Meinung

Dieses Buch ist genauso wie Cleo - etwas ganz besonderes. Von Anfang an fühlt man die Trauer und den Schmerz um Sams Tod mit der Familie mit, obwohl man den Schmerz sein eigenes Kind zu verlieren nicht einmal ansatzweise nachempfinden kann. Dem Leser geht es aber genauso wie der Familie - als Cleo ins Haus kommt lächelt man zum Ersten mal wieder. Und in den darauf folgenden 300 Seiten bringt einen Cleo noch öfter zum Lächeln, ja sogar zum Lachen. Ich, die Katzen sehr liebt, fand es toll, dass obwohl die Familiengeschichte über so viele Jahre erzählt wurde, Cleo immer im Vordergrund stand. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob jemand, der überhaupt nichts für Tiere übrig hat mit diesem Buch glücklich sein wird, kann es mir aber durchaus vorstellen. Cleo erzählt nicht nur die Geschichte einer Katze, sondern von einer Familie, die gemeinsam alle Höhen und Tiefen des Lebens mesitert, nie aufgibt und am Ende das Glück findet. Dass das Leben der Browns an und für sich schon sehr interessant war, macht dieses Buch aus so gut, denn mir hätten nette Anekdoten vom Leben mit einer Katze alleine nicht gereicht. Diese Anekdoten wurden von Helen Brown aber perfekt in die Handlung eingeflochten, genauso wie Cleo perfekt in ihr Leben gepasst hat.
Diese überaus lustigen Geschichten aus dem Alltag mit einer Katze wurden ergänzt durch Hintergründe vom Zusammenleben von Mensch und Tier. Auch die kleinen Sprüche an den Kapitelanfängen zeigen, dass hier eine Katzenliebhaberin am Werk war. Mein persönlicher Favorit:
"Eine Katze kommt nicht wenn sie eingeladen wird, sie taucht auf, wenn sie gebraucht wird."

Alle diese liebevollen Details haben mir sehr gut gefallen, besonders toll waren aber die Träume von Helens Sohn Rob, in denen er mit der Katze sprach. Als er noch klein war, habe auch ich das als seine Art mit dem Tod seines Bruders umzugehen, interpretiert. Doch als er dann als erwachsener Mann in der Wüste Australiens wieder einen solchen Traum hatte, in dem eine Katze ihm sagt, dass Cleo so lange bei ihm bleibt, bis er die letzte Form der Liebe, die er noch nicht kennen gelernt hat, erfährt, konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Denn Rob, der den Tod seines Bruders, der durch eine schwere Krankheit beinahe ums Leben gekommen wäre, zwar überwunden aber noch lange nicht verarbeitet hat, wünscht sich in diesem Abschnitt nichts sehnlicher als die wahre Liebe zu finden. Diese hat er zwar ohne seines Wissens schon lange gefunden, wirklich zusammen kommen die beiden aber erst nach dem Tod von Cleo...

Cleo ist der Familie genau so lange erhalten geblieben wie es nötig war. Sie hat zwei weitere Kinder von Helen aufwachsen sehen, hat ihr über den Tod ihrer Eltern hinweg geholfen und hat sie während der Scheidung von ihrem ersten Mann unterstützt und quasi dabei geholfen ihren zweiten Mann Philip auszuwählen. Als dann alle Familienmitglieder wieder mit sich und der Welt im Reinen sind, stirbt Cleo im für Katzen nahezu unglaublichen Alter von 24 Jahren. Als es auf den letzten Seiten immer mehr dem unausweichlichen Ende entgegen ging, musste ich mehrere Pausen machen, um meine Tränen zu trocknen. Cleo, aber auch die Familie Brown ist mir in den 380 Seiten des Buches einfach wahnsinnig ans Herz gewachsen.

Helen Brown erzählt ihre Lebensgeschichte voller Offenheit und ganz unverblümt. Ich konnte jede ihrer Empfindungen mitfühlen und nachvollziehen, sie übermittelt positive Gefühle wie Freude und Glück genauso realistisch wie Trauer und Schmerz. Ihr Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, was auch dazu beigetragen hat, dass ich Cleo in kürzester Zeit verschlungen habe.

Fazit:

Ein Buch nicht nur für Katzenmenschen, sondern für alle Menschen.


Zusatzinformationen:


Für weitere Informationen zu Helen Brown und für Bilder aus ihrem Familienalbum, besucht einfach ihre Homepage.

Vielen Danken an Deuticke, für das durch Vorablesen.de zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.







Dienstag, August 31, 2010

[Rezension] "Lilienblut" von Elisabeth Herrmann

Inhalt

Sabrina freut sich schon ewig auf ihren 16. Geburtstag, doch der Tag verläuft dann ganz anders, als sie sich es erhofft hatte. Der erste Schock kommt schon am Morgen, als Sabrina sieht, dass ihre Mutter einen ihr wildfremden Mann küsst. Für Sabrina ist diese Situation sehr neu, da ihre Mutter seit ihr Vater die Familie verlassen hatte, keine Beziehung hatte. Zu allem Überfluss schenkt ihr ihre Mutter, die selbst Winzerin ist, einen Weinberg, den Sabrina überhaupt nicht haben will, weil sie mit ihrer Freundin Amelie die Welt entdecken möchte.
Sabrina lenkt sich von dieser Endtäuschung ab, indem sie den Nachmittag mit ihrer Freundin am Rhein verbringt. In einem Seitenarm des Flusses entdecken die beiden ein heruntergekommenes Schiff mit dem Namen "Desiree" - also Sehnsucht. Den Besitzer lernen die beiden dann auch schnell kennen, der 19-Jährige Kilian fasziniert Sabrina sofort. Doch Amelie hat Kilian auch ins Auge gefasst und ein Streit zwischen den Freundinnen führt dazu, dass Amelie am Abend allein auf das Schiff zurückkehrt und dieses nicht mehr lebendig verlässt.

Als Sabrina vom Tod ihrer Freundin erfährt ist sie zutiefst schockiert, dennoch will sie nicht wahrhaben, dass Kilian, der seit der Tatnacht verschwunden ist, der Mörder sein soll. Da die Polizei nicht einmal glaubt, dass die "Desiree" am Rhein vor Anker gelegen ist, ermittelt Sabrina auf eigene Faust. Sie ahnt jedoch nicht in welche Gefahr sie sich bringt...

Meinung

Elisabeth Herrmann die bisher hauptsächlich Krimis geschrieben hat, hat sich mit "Lilienblut" zum ersten Mal an ein Jugendbuch gewagt und dieser Versuch ist ihr so viel sei vorweg genommen auf alle Fälle gelungen. "Lilienblut" beinhaltet eine perfekte Mischung aus Krimi und Liebesgeschichte, der man sich kaum entziehen kann.

Schon bei der ersten Begegnung von Sabrina und Kilian spürt man förmlich die Funken fliegen. Daher konnte ich es auch nachvollziehen, dass Sabrina immer der festen Überzeugung war, dass Kilian nicht der Mörder ihrer Freundin ist. Besonders beeindruckt hat mich ihr Mut und ihr Durchhaltevermögen und dass sie trotz mehrerer Warnungen nicht mit ihren Nachforschungen aufhört.
Sabrina ist auch sonst ein sehr sympathischer Charakter und ich konnte vor allem ihre Enttäuschung über den geschenkten Weinberg gut verstehen, denn mir würde man mit einem Weinberg auch keine Freude machen.
Dass sie dabei ist ein Geheimnis ans Tageslicht zu bringen, in das beinahe das ganze Dorf verstrickt ist, ist Sabrina zunächst nicht bewusst, doch mit der Zeit beginnt sie die Tragweite ihrer Handlungen zu verstehen. Der Leser begibt sich quasi gemeinsam mit ihr auf die Suche nach dem wahren Mörder und auch die Suche nach Kilians Vergangenheit wird nie aus den Augen verloren. "Lilienblut" ist daher vom Anfang bis zum Ende spannend. Ich habe es kaum gewagt das Buch aus der Hand zu legen. Besonders die Tatsache, dass der Großteil der Dorfbewohner etwas zu verheimlichen hat, trägt zur Spannung bei und man weiß nicht wen man vertrauen kann und wen nicht. Etwas enttäuscht war ich dann doch darüber, dass ich mit meiner ersten Vermutung bezüglich des Mörders richtig lag. Insofern ist "Lilienblut" vielleicht doch ein wenig vorhersehbar. Da mir die genauen Beweggründe und andere Details allerdings noch nicht bekannt waren, blieb das Buch trotzdem spannend für mich.

Mit viel Liebe hat Elisabeth Herrmann auch die Orte der Handlung - Leutesdorf und Neuwied in Rheinland-Pfalz - beschrieben. Da kam teilweise richtige Urlaubsstimme bei mir auf. Ich weiß zwar nicht wie es dort aussieht, aber in meiner Fantasie ähnelten die Orte mit ihren Weinbergen und Häfen sehr der Toskana.

Die Liebe steht bei "Lilienblut" zwar nicht zu sehr im Vordergrund, ist aber dennoch immer präsent, da Sabrina alles tut, um ihren geliebten Kilian zu entlasten. Auch das glückliche Ende war dann angenehmerweise in keinster Weise kitschig sondern sehr gelungen.

Fazit

Krimi, Liebesgeschichte, Geheimnisse, Freundschaft, Mord - einfach die perfekte Mischung für ein gutes Buch.
Einen halben Stern Abzug, gibt es dafür, dass mir die Handlung teilweise etwas zu vorhersehbar war.




Vielen herzlichen Dank an cbt für die Bereitstellung von diesem Rezensionsexemplar.




Lesestatistik August

Ich glaube mit 14 gelesenen Büchern habe ich einen neuen persönlichen Monatsrekord aufgestellt :)

Geliebte der Nacht (ausgelesen am 2.8)
The Summoning (ausgelesen am 8.8.)
Alterra: Die Gemeinschaft der Drei (ausgelesen am 9.8.)
Sayuri (ausgelesen am 12.8.)
My Soul to take (ausgelesen am 14.8.)
Schattenauge (ausgelesen am 16.8.)
Rain Song (ausgelesen am 18.8.)
Das Buch der verlorenen Dinge (ausgelesen am 19.8.)
Das Kind (ausgelesen am 21.8.)
Still Alice (ausgelesen am 23.8.)
Lilienblut ausgelesen am 25.8.)
Meridian (ausgelesen am 26.8.)
Zweiherz (ausgelesen am 30.8.)
Mockingjay (ausgelesen am 31.8.)

Highlight des Monats: Das fällt mir dieses Mal besonders schwer, da mir fast alle Bücher sehr gut gefallen haben, am meisten bewegt hat mich allerdings Still Alice