Dienstag, Januar 04, 2011

[Rezesion] Stolen von Lucy Christopher

Inhalt

Die 16-jährige Gemma wollte eigentlich mit ihren Eltern in den Urlaub fliegen. Doch am Flughafen in Bangkok fällt ihr ein junger Mann auf, bei dem sie das Gefühl hat ihn zu kennen. Die beiden trinken gemeinsam einen Kaffee. Bald wird Gemma schwarz vor den Augen und sie bekommt kaum mehr mit was um sie herum geschieht.
Als sie wieder zu Bewusstsein kommt, befindet sie sich in einem kleinen Zimmer in der Wüste und die einzige Person in ihrer Nähe ist der Mann vom Flughafen, der sie offensichtlich entführt hat. Gemma versucht zunächst zu fliehen, erkennt aber schon bald ihre aussichtslose Situation. Außerdem kann sie ihren Entführer nicht hassen, auch wenn sie das will...

Meinung

Vor der Lektüre dieses Buches konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man seinen Entführer nicht hassen kann und seine Tat sogar in gewisser Weise nachvollzieht.
Auf den ersten 100 Seiten von "Stolen" hat sich daran auch nichts geändert, aber spätestens als der Entführer von seiner schweren Kindheit erzählte, empfand ich so etwas wie Mitleid für ihn.

Das gesamte Buch wird in Briefform von Gemma an ihren Entführer erzählt. Sie spricht ihn immer mit "Du" an. Durch dieses Stilmittel fühlt man sich mit Gemma verbunden, die von der ersten bis zur letzten Seite glaubwürdig ist. Man versteht ihre Gefühle, Gedanken und Ängste. Andererseits kommt man auch dem Entführer Ty nahe, weil man die starke Bindung zwischen ihm und Gemma fühlt.
Sehr erleichtert war ich, als ich festgestellt habe, dass sich Gemma nicht unsterblich in ihn verliebt, so wie ich es zunächst befürchtet hatte. Gemma hasst Ty aber auch nicht und im Laufe der Zeit wird ihr klar, dass er ihr nie weh getan hat, sie zu nichts gezwungen hat (außer mit ihm in der Wüste Australiens zu leben) und ihr Leben über seines stellt.
Ty ist eine gebrochene Persönlichkeit. Die Vorfälle in seiner Jugend hat er bis heute nicht verkraftet. Er sehnt sich nach Liebe und glaubt diese zu finden, indem er Gemma entführt. Der Leser erfährt durch Gemmas Erzählungen mit der Zeit, was mit Ty geschehen ist und warum er zu der Person geworden ist, die er heute ist.
Neben seiner Sehnsucht nach Liebe, fällt vor allem sein Perfektionismus auf. Die Hütte in der Wüste Australiens hat er nämlich über Jahre auf Gemmas Ankunft vorbereitet. Dabei hat er wirklich an alles gedacht.
Ich konnte Ty einfach nicht hassen oder ihn als Monster betrachten. Durch "Stolen" wurde mir klar, dass kein Mensch vollkommen böse oder schlecht ist, in jedem steckt ein guter Kern. Auch die Tatsache, dass Ty Gemma bewusst ausgewählt und man das Gefühl hat, dass er nie wieder ein anderes Mädchen entführen wird, hat dazu beigetragen ihn, seine Gefühle und Handlungen zumindest ein wenig zu verstehen.

Die Wüste Australiens ist der ideale Ort für diese Handlung, denn was gibt es aussichtsloseres als mitten in einem Meer aus Sand fest zu sitzen? Die karge Landschaft hat die Stimmung dieses Buches perfekt untermalt.

Während dem Lesen habe ich mich immer wieder gefragt, wie man ein befriedigendes Ende für dieses Buch finden kann. Lucy Christopher hat es aber geschafft ein Ende zu schreiben, mit dem ich letztendlich sehr zufrieden bin.

Das einzige was mich etwas gestört hat, war die Tatsache, dass es ca. 100 Seiten gedauert hat, bis ich in die Handlung gefunden habe, was aber wahrscheinlich an der besonderen Brisanz dieses Buches gelegen hat.

Fazit

Sehr gefühlvoll geschriebener, überzeugender Jugendroman




Kommentare:

  1. gute rezension=) hat mich dazu gebracht, es auch mal lesen zu wollen=D

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  2. Ja ich bin auch interessiert an dem buch. scheint ja echt gut zu sein.

    du wurdest von mir getagged und kannst hier vorbeischauen:

    http://sannyspassionforreading.blogspot.com/2011/01/award-liebster-blog.html

    liebe grüße

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  3. danke für die gute Rezension :) werde mir gleich mal das Buch bei amazon angucken ;)
    Liebe Grüße
    Hannah von www.hannahs-leseblog.de.vu

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