Freitag, Februar 18, 2011

[Rezension] "Delirium" von Lauren Oliver

Inhalt

Die 17-jährige Lena zählt die Tage bis zur ihrem 18. Geburtstag, denn an diesem Tag wird sie von der schlimmsten Krankheit der Menschen geheilt: Amor deliria nervosa, besser bekannt als Liebe.
Lena lebt nämlich in einer Gesellschaft, die alle negativen Gefühle, wie Hass und Neid auf die Liebe zurückführen. Sie kann sogar zum Tod führen.
Lena ist fest davon überzeugt, dass ihr diese Heilung ein glückliches und besseres Leben ermöglichen wird. Sie hält sich auch brav an alle von der Gesellschaft auferlegten Regeln. Dieses Verhalten ändert sich jedoch schlagartig als sie auf Alex trifft. Er ist der erste Junge, außerhalb ihrer Familie, mit dem sie jemals gesprochen hat und schnell verlieben sich die beiden - werden also mit amor deliria nervosa infiziert. Sie können ihre Liebe aber nur im Geheimen ausleben, werden sie entdeckt können sie bestenfalls mit einem Leben in Gefangenschaft rechnen...

Meinung

Mit "Delirium" legt Lauren Oliver, die vielen seit ihrem Debüt "Before I fall" ein Begriff ist, ihre erste Dystopie vor. In dieser erschafft sie nicht eine neue Welt, sondern platziert die Handlung in einer Welt, die der unseren sehr ähnlich ist, mit dem kleinen aber wichtigen Unterschied, dass die Liebe als Krankheit angesehen wird. Und zwar nicht irgend eine Krankheit, nein, amor deliria nervosa, ist die gefährlichste und gefürchtetste Krankheit der Menschheit.
Diese Idee wurde in "Delirium" sehr gut umgesetzt. Besonders interessant waren die Auszüge aus Büchern, die die Gesellschaft eingeführt haben. Dabei wurden uns bekannte Bücher, wie die Bibel, so abgeändert, um den Menschen klar zu machen, zu was die Liebe führen kann. Auch Shakespeares "Romeo und Julia" wird in den Schulen gelesen, da es als gutes Beispiel für die negativen Auswirkungen der Liebe angesehen wird.

Die Bewohner von Portland haben sich sehr gut an die Gesetze der Regierung angepasst. Sie leben ihr Leben ohne Liebe und auch ohne Glück, bemerken aber gar nicht, dass sie etwas in ihrem Leben vermissen. Ihnen ist nur wichtig nicht aufzufallen und keine Probleme mit der Regierung zu bekommen. Es herrschen sehr strenge Gesetze, zum Beispiel dürfen sich Mädchen und Jungs nicht berühren, nicht einmal miteinander sprechen. Die Ausgehzeiten sind streng limitiert und auch sonst ähneln die Gesetze jenen einer Diktatur. Nur wenige haben sich ihr selbstständiges Denken erhalten und widersetzen sich den strengen Vorgaben. Die Strafen für solche Gesetzesüberschreitungen sind knallhart und nur wenige "Verbrecher" werden je wieder gesehen.

Auch die 17-jährige Lena wächst in dieser Gesellschaft auf und ist zunächst sehr brav und angepasst. Von ihrer Mutter, die an amor deliria nervosa gestorben ist indem sie Selbstmord begangen hat, fühlt sie sich im Stich gelassen. Außerdem hofft sie, dass sie nicht eine gewisse Veranlagung dafür hat, auch an der Liebe zu erkranken und sehnt daher ihren 18. Geburtstag herbei, an dem sie geheilt wird.
Ihre Freundin Hana hingegen hinterfragt den Sinn dieser "Heilung" und bringt sich außerdem in Gefahr, indem sie an illegalen Partys teilnimmt. Hana war mir von Anfang an sehr sympathisch, da sie als Einzige kein Mitläufer ist, sich ihr eigenständiges Denken erhalten hat und die Regierung und ihre Gesetze hinterfragt.
Doch auch Lena macht eine starke Entwicklung durch. Als sie Alex kennenlernt, sich in ihn verliebt und mit ihm über amor deliria nervosa spricht, erkennt sie, dass sie von der Regierung nur belogen wurde und dass sie nicht so weiterleben will. Außerdem erfährt sie die Wahrheit über ihre Mutter und erkennt dass sie auch ihrer Familie nicht vertrauen kann. Daher wagt sie einen unglaublich mutigen und vor allem sehr gefährlichen Schritt.
Das Ende von "Delirium" ist sehr überraschend, aber dennoch passend, ein glückliches Ende hätte nämlich einfach nicht zu der Handlung gepasst...

Fazit

Unglaublich tolle Charaktere, eine Dystopie wie sie kaum besser sein könnte. Das einzige, was ich zu bemängeln habe ist, dass es etwas dauert bis die Handlung in die Gänge kommt.



Zusatzinformation

"Delirium" ist der Auftakt einer Trilogie, der zweite Teil "Pandemonium" wird 2012 und der dritte Teil "Requiem" 2013 erscheinen.



Kommentare:

  1. oh klasse, klingt super! ich merk's mir :)

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  2. Ha, und ich dachte, das wäre die Fortsetzung von Before I fall. Aber deine Rezi klingt echt gut, also werde ich mir das Buch auf jeden Fall demächst zulegen. Danke fürs Vorstellen.

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  3. Bin gerade auf dieses Buch gestoßen und dachte, ich les mir mal ein paar Rezensionen durch. Hört sich wirklich toll an ... ich glaube das Buch kaufe ich mir auf jeden Fall nächste Woche wenn ich wieder in New York bin, auch wenn ich dann noch ein wenig warten muss aber bestellen möchte ich es mir jetzt nicht mehr unbedingt :) sehr schöen Rezi. Ich bin schon sehr gespannt auf das Buch.

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