Sonntag, Juli 17, 2011

[Rezension] "Sing me to sleep" von Angela Morrison

Inhalt

Beth ist viel größer als ihre Mitschüler, hat hässliche Narben im Gesicht und trägt eine altmodische Brille. Genau deswegen wird sie von ihren Mitschülern nur "das Biest" genannt, was ihr sehr zu schaffen macht. Mittlerweile hat sie sich mit ihrer angeblichen Hässlichkeit abgefunden und flüchtet in ihre Musik, um sich abzulenken. Doch dann bekommt sie einen Soloauftritt in ihrem Chor und ihre Gesangskolleginnen helfen ihr dabei, ihr Aussehen zu verbessern. Beth stellt ganz überrascht fest, dass sie doch nicht so hässlich ist, wie sie immer dachte. Als sie dann mit ihrem Chor zu dem wichtigsten Gesangswettbewerb der Welt in die Schweiz fahren darf, ist sie überglücklich, bis sie erfährt, dass sie eine genetische Krankheit hat, die eigene Kinder für sie unmöglich macht. Erneut ist sie am Boden zerstört, doch dann triff sie auf Derek, dessen Chor als der beste der Welt gilt. Beth kann sich Derek anvertrauen und die beiden verlieben sich. Doch nach ihrer Rückkehr in die USA wird ihre Beziehung kompliziert. Derek hat nämlich nie Zeit für sie und meldet sich oft wochenlang nicht bei ihr. Außerdem hat er Beth auch nach monatelanger Beziehung noch nie seinen Eltern vorgestellt und auf körperliche Nähe, die über leidenschaftliches Küssen hinausgeht, reagiert er abweisend. Beth beginnt langsam an seinen Gefühlen zu zweifeln und möchte herausfinden, was er ihr verheimlicht...

Meinung

Als ich das Buch "Sing me to sleep"gekauft habe, hätte ich mir nie erwartet, dass es mich so berühren würde. Schon kurz nachdem Beth auf Derek trifft, wird dem Leser bewusst, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Während Beth zunächst vermutet, dass Derek Drogen konsumiert, war mir spätestens, als sie seine ungewöhnlich salzige Haut erwähnt, bewusst, was wirklich hinter Dereks ungewöhnlichem Verhalten steckt. Und von da an war mir auch klar, dass das Buch kein gutes Ende nehmen kann. Ich habe aber dennoch auf jeder Seite gehofft, dass sich alles als weniger schlimm entpuppt. Teilweise habe ich sehr mit Beth mit gelitten, die von Derek vollkommen unwissend zurückgelassen wird. Sie hat keine Ahnung warum er sich wochenlang nicht bei ihr meldet und leidet sehr darunter. Später erklärt er ihr dann, dass er mit ihr wenigsten einen Teil seines Lebens genießen wollte, der nicht von seinem Geheimnis beeinflusst wird. Doch das gelingt ihm an einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr und Beth findet heraus, was sich hinter seiner Heimlichtuerei verbirgt. Sie ist zwar am Boden zerstört, steht aber weiterhin zu ihm. Die letzten 50 bis 100 Seiten waren für mich einerseits die schönsten, andererseits aber kaum zu ertragen, da sie auf ein unvermeidliches Ende zusteuern. Selten war ich beim Lesen so bedrückt und traurig, wie bei "Sing me to sleep" ich finde es aber wunderbar, dass ein Buch solche starken Gefühle auslösen kann.
Was während der ganzen Handlung von "Sing me to sleep" im Vordergrund steht, ist die Musik. Sowohl Derek als auch Beth sind unglaublich talentierte Sänger und schreiben und komponieren auch selbst. Diese Songtexte untermalen die Handlung perfekt und haben meine emotionale Bindung zu den beiden sehr gefördert. Auf der Website der Autorin kann man sich die Lieder anhören, denn es wurde sogar ein Soundtrack zum Buch veröffentlicht.
Trotz der emotionalen Tiefe hat das Buch einige Schwächen, die ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen will. Vor allem die Dreiecksbeziehung zwischen Derek, Beth und ihrem besten Freund Scott fand ich ehrlich gesagt etwas unnötig. Scott ist mir am Anfang sehr auf die Nerven gegangen und ich habe nicht verstanden, warum es überhaupt einen dritten Beteiligten in dieser Beziehung gab. Am Ende konnte ich Scotts Existenz ein wenig verstehen, da Beth jemanden brauchte, der sie auffängt. Allerdings ist mir das dann viel zu schnell gegangen, sie hat sich ja förmlich in seine Arme gestürzt und ihm war es offensichtlich egal nur die zweite Wahl zu sein, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann.
Auch die optische Veränderung von Beth am Anfang ist mir viel zu schnell gegangen, wenn sie wirklich so hässlich war, hätte es bestimmt länger gedauert sie in eine Schönheit zu verwandeln, außerdem ist es ziemlich unrealistisch, dass die Mutter ihrer größten Konkurrentin ihre gesamte Umgestaltung finanziert. Warum Beth am Anfang unbedingt hässlich sein musste, um sich dann innerhalb von 20 Seiten in ein wunderschönes Mädchen zu verwandeln, verstehe ich auch nicht. Ich hätte es besser gefunden wenn sie entweder hässlich geblieben wäre oder von Anfang an schön gewesen wäre, da ihr Aussehen für den Hauptaspekt der Handlung meiner Meinung nach keine Rolle spielt.

Fazit

Ein sehr ergreifendes Buch mit inhaltlichen Schwächen.

Kommentare:

  1. Schöne Rezension, das Buch klingt wirklich toll... mal sehen ob ich es mir zulegen werde.
    Liebe Grüße! :)

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  2. Also die Inhaltsbeschreibung fand ich eher merkwürdig, als wolle die Autorin zu viel verschiedene Aspekte in ein Buch quetschen. Aussehen, Musik, Krankheit. Aber deine Rezi hat mich doch neugierig gemacht. Ich werde es im Auge behalten.
    Liebe Grüße

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  3. Huhuu,

    ich gebe Friedelchen recht. Der Inhalt hat sich für mich zuerst auch ein wenig überladen gelesen.
    Aber deine Rezension war dann so toll, dass ich das Buch jetzt trotzdem lesen möchte. Ich liebe Geschichten, in denen Musik eine tragende Rolle spielt. Das hat mir schon an Wenn ich bleibe so gut gefallen.
    Tja, dann wandert noch ein Buch auf meine Wunschliste.^^

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