Sonntag, August 14, 2011

[Rezension] "Zweilicht" von Nina Blazon

Inhalt

Für Jay wird der Traum eines jeden 17-Jährigen war: Er darf ein Jahr als Austauschschüler nach New York und kann dort bei seinem Onkel leben. Dort verliebt er sich auf den ersten Blick in Madison, die ihn mit ihren geheimnisvollen Augen in den Bann zieht. Doch neben Madison tritt ein weiteres Mädchen in sein Leben. Ivy, die außer ihm niemand zu sehen scheint und die sich ganz anders verhält als alle anderen Menschen. Als Jay die alten Postkarten seines Vaters in die Arme fallen, beginnt er darüber nachzudenken ob dieser wirklich so verrückt war, wie alle glaubten, oder ob doch etwas Wahres an seinen wahnwitzigen Geschichten dran ist. Besonders als in Gegenwart von Ivy immer ungewöhnlicheres passiert, zweifelt er an sich selbst und an den Menschen um ihn herum. Das Madison aber böse sein soll, glaubt er Ivy nicht und vermutet als Motiv dahinter Eifersucht. Schnell wird ihm jedoch klar, dass diese geradezu besessen von ihm und seiner Liebe ist. Ivy rettet ihn daraufhin in eine andere Welt. Jay befindet sich zwar noch in New York, allerdings im Jahre 2113 und in den letzten 100 Jahren ist so einiges passiert...

Meinung

Ich liebe es, wenn ich von Büchern so richtig überrascht werde und genau das war hier der Fall. Ich hätte mir nie gedacht, dass sich dieses Buch so von den anderen Nina Blazon Büchern unterscheiden würde und auf den ersten 200 Seiten ahnt man zunächst auch nichts davon. Wie gewohnt wird eine Liebesgeschichte erzählt, einige Feen und andere Fantasywesen haben ihren Auftritt, aber sonst ist alles beim alten. Doch dann ändert sich der Plot schlagartig und zwar auf eine so geniale Art und Weise, wie ich es selten erlebt habe. Plötzlich befindet man sich in einem dystopischen New York 100 Jahre in der Zukunft. New York als Kulisse einer Dystopie - gibt es etwas besseres? Ich kann mir jedenfalls nichts vorstellen. Besonders begeistert hat mich die genaue Recherche über die Stadt. Nina Blazon hat sich offensichtlich wirklich ernsthafte Gedanken darüber gemacht, wie die Stadt im Falle von weltweiten Umweltkatastrophen verändert werden würde.

Über dem Ganzen steht außerdem noch ein scheinbar unbesiegbarer Bösewicht - der Wendigo. Ein Wesen mit einem Herz aus Eis, das sich von den Ängsten der Menschen ernährt. Somit sind wir schon bei der zentralen Botschaft des Buches angelangt, denn für mich ist es offensichtlich, dass die Autorin darauf aufmerksam machen wollte, dass der Mensch auf dem besten Weg ist die Erde zu zerstören. Auch die Aussage "Wir sind Wendigo" gegen Ende des Buches, macht das deutlich. Denn die Menschheit entwickelt sich immer mehr zu einem zerstörerischen Monster.

Auch bezüglich der Charaktere lässt das Buch keine Wünsche offen. Spannend fand ich, dass man auf den ersten 200 Seiten nicht weiß, welches der beiden Mädchen real und welches übernatürlich ist. Diese Frage klärt sich dann auch nicht so schnell, bis zum Schluss bleiben stets Zweifel. Hier sind es aber nicht unbedingt die Hauptcharaktere, die "Zweilicht" zu etwas besonderem machen, sondern viel mehr Madman und Liberty, zwei Geister des zerstörten New Yorks. Besonders Liberty, die bei jeder Gelegenheit Anekdoten und Nachrichten "ihrer" Stadt zum Besten gibt, hat den Unterhaltungswert des Buches enorm gesteigert.

Fazit

Dystopisches New York plus Fantasy - muss ich noch mehr sagen?



Herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar an


Kommentare:

  1. Au fein, das klingt absolut nach meinem Geschmack. Und Dystopie gibts auch noch? Dann kann ich es ja gar nicht mehr erwarten, dass Buch auch endlich zu lesen. LG

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  2. Oh, Deine Rezi klingt ja richtig gut! Mich hat der Klappentext leider nicht so überzeugt. Und nachdem ich "Schattenauge" von Nina Blazon schon nur solala fand, ist dieses Buch dann gar nicht erst auf meiner Liste gelandet. Hm, hm...

    Einen wuuuunderschönen Blog hast Du auf jedenfall. Bin gerade drüber "gestolpert". Gefällt mir total!

    LG :)

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  3. Ich war auch unglaublich überrascht, dass das Buch auf einmal eine postapokalytische Wende nahm. Hatte wahrscheinlich ähnliches erwartet wie Du, und wurde eines besseren belehrt. Wenn ich auch fast alle Bücher von Nina Blazon bisher mochte, ist dies ihr herausragendstes Werk, keine Frage!!! Ein absolutes Highlight! :)

    Schöne Rezi!!!

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  4. Ich hatte zunächst "Zwielicht" gelesen und an ein ganz anderes Werk gedacht : ) Die Bezge von New York sind sicher klasse, sowas liebe ich. Werde ich auf jeden Fall lesen!

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  5. Schöne Rezension, mir hat das Buch auch sehr, sehr gut gefallen :)

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  6. Wer schon einmal in New York war, der wird wissen, das man sich dort sehr klein vorkommt. Die Stadt rast und keiner kann sie aufhalten. Zugegeben, die Handlung hat einen am Ende doch etwas verblüfft.. LG

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