Dienstag, Oktober 19, 2010

[Rezension] "The Hollow" von Jessica Verday

Inhalt

Nach dem Verschwinden ihrer besten und einzigen Freundin Kristen ist Abby am Boden zerstört. Außerdem ist sie empört darüber, dass Kristens Eltern sich bereits nach knapp zwei Monaten mit ihrem Tod abgefunden haben und eine Beerdigung abhalten. Im kleinen Dorf Sleepy Hollow kursieren bereits die ersten Gerüchte um Kristen. Sie sei genauso drogensüchtig gewesen wie ihr Bruder oder habe sich umgebracht, heißt es. Abby erträgt es nicht diese bösen Verleumdungen mit anzuhören und tut ihr bestes den Ruf ihrer Freundin zu wahren, denn sie hofft immer noch dass Kristen plötzlich wieder auftaucht. Als dann tatsächlich ihre Leiche gefunden wird, ist sie einerseits tief traurig, andererseits kann sie jetzt endlich damit abschließen. Ein geheimnisvoller Junge, den sie auf Kristens Beerdigung kennen gelernt hat, hilft ihr dabei den Verlust zu verarbeiten. Außerdem ist er der Einzige mit dem sie über ihre beiden großen Leidenschaften sprechen kann: das Kreieren von Parfum und die Legende von Sleepy Hollow. Neben Caspian lernt sie auch noch ein älteres Ehepaar kennen und schätzen. Doch schon bald bemerkt sie, dass Caspian und das Ehepaar ein dunkles Geheimnis verbindet...

Meinung

An dieses Buch bin ich schon mit der Einstellung herangegangen, dass es mir wahrscheinlich nicht so sehr gefallen wird, wie anderer Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Dies lag vor allem an den eher durchwachsenen Kritiken auf Amazon und anderen Seiten, die ich vorher gelesen habe. Als ich dann begonnen habe, war ich zunächst positiv überrascht. Auf den ersten 100 bis 200 Seiten wird die düstere Stimmung der sagenumwobenen Kleinstadt Sleepy Hollow eindrucksvoll geschildert. Dazu passend steht auch die Verzweiflung und der Schmerz von Abby im Mittelpunkt. Vor allem jenen Teil von "Hollow", der sich um die Kurzgeschichte "Sleepy Hollow" von Washington Irving dreht, fand ich persönlich sehr spannend. Ich habe dann auch gleich recherchiert, worum genau es in "Sleepy Hollow" geht (im Groben wusste ich es natürlich schon). Die Geschichte um den kopflosen Reiter hat mich dann genauso fasziniert wie Abby und ich habe mir sogar den gleichnamigen Film von Tim Burton angesehen.
Besonders als sich dann Caspian mit den Nachnamen Crane vorgestellt hat, hatte ich eine genaue Vorstellung vom Ausgang des Buches im Kopf und mich riesig darauf gefreut.
Das ältere Ehepaar, welches Abby immer wieder am Friedhof begegnet, habe ich zunächst nur als unwichtige Nebencharaktere wahrgenommen, entpuppten sich im Verlaufe der Handlung dann doch als tragende Charaktere und dies war durchaus überraschend.
Als dann aber geklärt wurde, woher Caspian das Ehepaar kennt und wie die drei miteinander in Verbindung stehen, war ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Besonders die wahre Identität (wenn man es so nennen will) des Ehepaars hat mir überhaupt nicht gefallen. Auch die Erklärung dafür, warum Caspian sich mit dem Nachnamen Crane vorgestellt hat, wirkte als wäre der Autorin keine bessere Erklärung eingefallen. Diese Begründungen wirken wie eigentlich die gesamten letzten 50 Seiten von "The Hollow" ziemlich aus der Luft gegriffen. Teilweise hatte ich wirklich das Gefühl, dass der Autorin nach der tollen ersten Hälfte des Buches die Ideen abhanden gekommen sind.
Ich empfand es darüber hinaus sehr unbefriedigend, dass man bis zum Ende nicht erfährt, wer der geheimnisvolle D. ist von dem Kristen in ihrem Tagebuch schwärmt. Allerdings wusste ich bis dahin noch nicht, dass es sich bei "The Hollow" erst um den ersten Teil einer Trilogie handelt.
Am meisten gestört hat mich, dass die Liebesgeschichte zwischen Abby und Caspian viel zu kurz kommt, vor allem wenn man bedenkt, dass The Hollow den Untertitelt "Wahre Liebe ist unendlich" trägt. Über weite Teile der Handlung beschäftigt sich Abby mit dem Tod ihrer Freundin, dem Kreieren von Parfum und der Legende von Sleepy Hollow. Auch hier wäre es allerdings möglich, dass Caspian im zweiten Teil mehr im Vordergrund stehen wird. Da aber der Bezug, den ich zu ihm aufgebaut habe, durch die Enthüllung am Ende des Buches weitestgehend zerstört wurde, bin ich gar nicht mehr so scharf darauf mehr von ihm zu erfahren

Fazit

Die Idee eine moderne Liebesgeschichte um die Legende von Sleepy Hollow zu entwickeln ist sehr gut, hier aber leider nicht besonders gut umgesetzt. Wegen dem tollen ersten Teil und der guten Grundidee gebe ich immerhin 3 von 5 Sternen.



Für dieses Rezensionsexemplar bedanke ich mich bei

Kommentare:

  1. Schade, dass es dir nicht SO doll gefallen hat, ich habe mich sehr auf das Buch gefreut (und denke, wenn das wahr ist, was du schreibst, dass es mir auch nicht so gefallen wird) :/

    Ich habe es dennoch hier liegen und bin dank ja jetzt informiert, dass es um Sleepy Hollow geht, ich LIEBE den Film! (Das kommt davon, wenn man Inhaltsangaben nicht vernünftig liest...)

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  2. Ich liebe den Film auch - Johnny Depp ♥
    Ich bin schon gespannt wie es dir gefällt, es kann aber durchaus sein, dass ich nur enttäuscht war weil das Ende das ich mir vorgestellt habe, viel toller gewesen wäre. (finde ich zumindest *g*)

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